Serie Prehistoric Parc
Jede Folge der Miniserie beginnt mit dem Satz, das etwas in unserer Welt fehlt. Die Serie Prehistoric Parc ist ein Versuch den Film Jurassic Park fortzusetzen, allerdings in der Version dass alles klappen würde, die Natur sich nicht durchsetzt, und ohne auch nur einen Gedanken an eine Gensequenz von Dinosauriern.Nigel Marven, der Zoologe, Abenteuer und scheinbar sehr reiche Mann hat den Wunsch ausgestorbenen Tieren das Leben zu retten. Wie viele meiner und vieler Generationen interessieren mich Dinosaurier. Gewisse Arten kennt doch fast jeder auswendig mit Namen, oder zumindest vom Namen her können sich viele den dazugehörigen Saurier vorstellen, wie beispielsweise wenn man den Namen Tyrannosaurus Rex hört. Aus diesem Interesse mußte ich mir die Serie anschauen. Um alle Klischees zu erfüllen, faszinieren mich als einen in der Informationsbranche arbeitenden Programmierer natürlich auch temporale Paradoxen, auch Zeitreisen genannt.
Die Serie ist ganz nett gemacht, wenn ich mir die Animationen anschaue, doch von der Vorstellung, dass sich der Retter der Ausgestorbneen Tiere mit Hilfe einer Zeitmaschine, die nicht weiter erklärt wird, obwohl die gesamte Serie in einem Dokumentarfilmstil erzählt wird, durch die Zeit bewegt, komme ich mir mehr vor wie in dem Film "Die Zeitmaschine", in der sich die Frage gestellt wird, warum man die Vergangenheit nicht ändern kann. In dieser Serie scheint dies möglich zu sein, doch zu welchem Preis.
In Jurassic Park ist das, was man als Erkenntnis des Films lernen kann, dass die Natur sich niemals aufhalten läßt. Hier läuft alles so traumhaft einfach ab, bis auf kleine Erlebnisse, über die man als Zuschauer lächeln kann.
Der Parkoberaufseher Bob baut mit Hilfe seiner Bauteams alle Tiergehege, auch die, für die Tyrannosaurus Rexe, aus Holzstangen. In Jurassic Park wurden wenigstens Stahlzäune mit Stromschutz verwendet, um die Tiere in ihrem jeweilgen Käufig zu halten. Hier wirkt alles ziemlich günstig, ökologisch und unsicher, so dass man sich fragt, ob das ernst gemeint ist.
Die Frage, die ich mir allerdings immer wieder stelle, wenn ich die Serie nur ein wenig ernst nehmen möchte, ist, warum Nigel Tiere aus der Vergangenheit vor der Ausrottung holen möchte, welche von der Natur von dem Angesicht der Erde verbannt wurden. Warum holt er nicht Tiere zurück, welcher der Mensch durch die Zerstörung der Erde zum Aussterben verbannt hat. Albatrosse zum Beispiel wären doch eine Möglichkeit gewesen. Natürlich faszinieren mich Dinosaurier auch mehr, jedoch hätte man zumindest eine gute Erklärung liefern können, warum er lieber Tiere zurückholt, die vor Millionen von Jahren verschwunden sind, welche an das Leben auf diesem Planeten überhaupt nicht mehr gewohnt sind, weil sich das Gesicht der Erde schon allein total geändert hat. Zu Beginn gab es einen riesigen Kontinent, auf dem sich alles noch zentral entwickelt hat. Erst nach dem Auseinanderdriften der vielen Erdplatten, woraus sich mit dem erneuten Zusammensetzen die heutigen Kontinente bildeten, haben nicht nur das Gesicht der Erde, sondern auch die Lebensumstände, Pflanzen, Sauerstoffkonzentration, Luftzusammensetzung und Temperaturentwicklung verändert. Diese Tiere sind einfach nicht in der Lage, auf der heutigen Erde zu leben. Das wäre doch mal eine Moral der Geschichte gewesen. In Jurassic Park wurden die Dinosaurer mit der GenTechnik an die heutige Erde angepasst, so dass diese heute leben können.
Nigel wählt sich seine Parkbewohner nach Kriterien aus, die man einfach nicht nachvollziehen kann. Er sucht nach einem Tier, meist gehören sie zu den gefährlichsten überhaupt. Wahrscheinlich möchte er damit nur beeindrucken, denn auch pflanzenfressende Dinosaurier können sehr interessant sein, und beeindruckende Verhaltensweisen aufweisen. Trotzdem muß er zwei Tyrannosaurus Rexe mitbringen in das 21. Jahrhundert, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob Sicherheit für die Menschen und die anderen Parkbewohner gegeben ist.
Ein wenig stören mich auch manche Schlußfolgerungen, in denen kein Gedanke daran verschwendet wird, wenn Einzeltiere einer Gattung aus der Vergangenheit entführt werden. Beim Tricertops handelt es sich beispielsweise um ein Herdentier, und trotzdem muß er in der Gegenwart allein glücklich werden. Um seine Spannungen abzubauen muß er mit einem Traktor spielen.Der T-Rex hingegen war ein Einzelgänger, und vor allem war er kein Jäger, wie es hier immer wieder gern dargestellt wird. Bedingt durch seine kurzen Arme, und dem riesigen Gewichts auf der Vorderseite seines Körpers ist ein schlechter Jäger, und nur als Kadaverfresser geeignet gewesen. Seine Mahlzeiten bestanden als nur aus toten, jungen oder kranken Tieren.
Unterhaltenswert ist die Serie, aber nur wegen recht gut gemachter Animationen. Ein prehistorischer Park auf dem Festland, von dem die Saurier einfach fliehen könnten, wenn sie in der Serie nicht so dämlich dargestellt worden wären, ist sicher keine Dokumentation aus der man etwas lernen könnte.
Der Artikel wurde am 26.03.2009 von Stefan Kremz + veröffentlicht.
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