Die Rache des Mauerfall-Tickets
Am Hildesheimer Hauptbahnhof am gestrigen Samstag Abend kamen Flüche über meine Lippen als ich nun die zweite meiner Mauerfall-Tickets der deutschen Bahn nutzen wollte. Der Grund für mein Ärgernis war, dass der Zug nun abgesagt wurde, und der Nächste, der eine Stunde später fährt ein Umsteigen nötig ist, dass dazu führen kann, dass man am nächsten Bahnhof den Folgezug verpassen kann.Verpassen und Verspätung sind doch sowieso schon Synonyme für die deutsche Bahn.Wie hoch ist aber die Chance dass 3 ICE`s am gleichen Bahnhof direkt hintereinander abgesagt werden, also wegen Problemen an der Technik des Zuges nicht fahren können? Das sieht doch mehr danach aus, dass der Preis vom Mauerfall-Ticket unüberlegt gemacht wurde, und hauptsächlich dem schnellen Geld diente, wobei allerdings die laufenden Kosten nicht einkalkuliert wurden.
Als Ersatzzug kam dann 30 Minuten später ein IC, der auf keinen Fall die Fahrtkosten von 20 Euro wert war. Um sich zu setzen war es nötig seinen Ekel vor vollgeschmierten Sitzen zu überwinden, oder weiterzusuchen nach einem Stück saubere deutsche Bahn. Ich entschied mich für den nächsten Zugteil, der mit Zeitungen vollgemüllt war. Auf der Suche nach dem Sitz unter den Zeitungen sprang mich das Datum der Zeitungen an, dass mir sagte, dass mindestens 3 Monate alte Zeitungen dort lagen. Nun weiß ich also wo alte Zeitungen bei der Deutschen Bahn gelagert werden.
Als dann die Stimme durch den Lautsprecher am nächsten Bahnhof mitteilte mit einer Stimme, die vor wahrscheinlich Alkohol mit sich führte, ständig Höhen und Tiefen änderte, sowieso Wörter verschluckte, und sagte dass er allen Fahrgästen einen schönen Abend wünscht wurde mir etwas mulmig da der Zusatz fehlte dass es nur diejenigen betrifft, die am folgenden Bahnhof Braunschweig aussteigen. Es bestand also die Möglichkeit dass der Zug nicht wie versprochen nach Berlin weiterfährt. Es ist dann aber doch gelungen 1,5 Stunden später in Berlin anzukommen als geplant. Die deutsche Bahn sollte wirklich mal über den Werbeslogan "Besser spät als nie nachdenken". In Zukunft sind meine Zweifel wieder vorhanden, ob das frühzeitige Ticket, auch wenn man sparen kann, wirklich intelligent ist, da man schließlich nie weiß ob der Zug wirklich kommt, oder ob man mit dem günstigeren IC fahren muß obwohl man die teure Variante bezahlt hat.
Der Artikel wurde am 15.11.2009 von Stefan Kremz veröffentlicht.
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