Wieviel Datenschutz muss sein?
Grundlegende Diskussionen gibt es nun seit einiger Zeit in der EU, in der Bundespolitik und einigen Ländern. Bisher herrscht noch Uneinigkeit, was ein Vorteil für die Bevölkerung im Internet ist, denn wenn die Änderungen durchkommen, die sich beispielsweise Schleswig-Holsteins oberster Datenschützer Thilo Weichert wünscht, wird das Internet um mehr als 10 Jahre seiner Entwicklung zurückgesetzt.In Schleswig-Holstein wurde den einheimischen Homepagebesitzern mit Strafzahlungen bis zu 50.000 Euro gedroht, wenn man Buttons von Facebook auf seinen Seiten eingebunden hat. Facebook kann damit Schlussfolgerungen ziehen, wenn eine Person auf einer Seite war, und dann dann auf einer anderen Seite auftaucht, aber nur solange diese Person nicht ihre IP-Adresse ändert. Damit hat man die Möglichkeit nicht nur Besucher-Traffic von Seiten zu berechnen, sondern zu sagen wer sich für Seite A interessiert, wird sich auch für Seite B interessieren. Wenn man sich aus Facebook nicht ausloggt, und weitersurft, kann Facebook sogar das gesamte Interessengebiet einer Person speichern.
Man sollte sich also eher fragen wie lange persönliche Daten gespeichert werden dürfen, ohne eine Geschäftsgrundlage einer Firma zu zerstören. Wann sind Daten aber persönlich? Ich empfinde die IP-Adresse, die ich heute Nachmittag hatte nicht als mein persönliches Geheimnis. Ich werde sie zwar hier nicht veröffentlichen, aber sie ist wohl auf Dutzenden Servern gelandet, denn viele Seiten weisen Werbung auf, und diese setzen auch auf die IP-Adresse oder es werden Cookies auf dem Client abgelegt zur Wiedererkennung. Cookies sind aber für die EU auch böse und es werden Gesetze dagegen geschaffen werden.
Wenn also der Facebook-Button, Youtube-Videos, der Google-Plus-Button und andere nicht mehr Codeschnipsel nicht mehr auf der eigenen Homepage eingesetzt werden dürfen, so hört das sicher nicht im Social-Media-Bereich auf, sondern wird sich auch auf den Werbe-Bereich ausdehne, und dann wird die finanzielle Sicherung für viele kommerzielle Seiten wegfallen, und damit auch viele Jobs.
Letztendlich ist das Ziel von Datenschützern von heute die Abschaffung des Internet im aktuellen Sinn. Nicht vergessen sollte man dabei den Markt, den das Internet bis heute erreicht hat. Wenn ich noch die meisten Güter mir gern im Geschäft ansehe, so höre ich doch immer wieder von Freunden und Bekannten, dass sie auch Kleidung zu einem Großteil im Internet kaufen. Social Media ist ein Katalysator den man schon seit einiger Zeit nicht mehr verachten sollte. Vor 20 Jahren haben sich Frauen gemeinsam einen Katalog aus Papier angesehen. Heutzutage werden bevorzugte Produkte geshared und geliked.
Natürlich sollte man Konzernen wie Facebook, Google und Apple, die vom Sammeln und aufbereiten der Daten leben, nicht alles durchgehen lassen. Definitiv ist die Dauer der Datenspeicherung ein Problem, aber man sollte es auch nicht übertreiben.
Solange man keinen Kabelprovider hat, oder einen Vertrag über eine feste IP, kann man seine IP ständig wechseln. Weitergehend gibt es auch noch Proxyserver-Dienste um seine IP-Adresse zu maskieren. Wenn man mit Facebook ein absolutes Problem hat, so kann man die Domain per Host-Datei unter Windows problemlos umleiten, so dass keine Daten an Facebook gesendet werden können. Vielleicht wird es auch noch ein weiteres Anti-Social-Addon für Browser geben, die den Social-Media-Code einfach aus dem Quellcode der Seite filtert bevor sie dargestellt wird. Die vollständige Kontrolle über seine Cookies hat man schon seit einiger Zeit in jedem Browser, beispielsweise mit dem privaten Modus im Mozilla Firefox.
Der Artikel wurde am 09.10.2011 von Stefan Kremz + veröffentlicht.
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