Angeschlagene Automobilindustrie
Wie in den Nachrichten zu verfolgen war, darf die General Motors Tochter Opel nun wieder hoffen, dass Deutschland, oder sogar Europa mit einer mächtigen finanziellen Unterstützung dem angeschlagenen Unternehmen helfen wird. Als letztes Mittel um die Notwendigkeit zu unterstreichen wurde aufgezeigt, dass eines der neusten Opel-Modelle, der Opel Signum, zum Auto des Jahres 2008 gekürt wurde.Einerseits muß alles getan werden damit nicht so viele Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, arbeitslos sind, und der derzeit angeschlagenen Weltwirtschaft noch ein weiterer Stoß versetzt wird. Doch auch aus diesen schlechten Zeiten sollte man einen Nutzen ziehen. Was bedeutet schon "Auto des Jahres"? Wo liegt der Vorteil von dieser Auszeichnung? Kann man einem Auto, was keinen wirklichen nennenswerten Vorteil hat gegenüber seiner Konkurrenz wirklich eine solche Auszeichnung vergeben? Nachdem ich mir nun, obwohl bei mir kein wirklicher Hang zur Automobilindustrie vorhanden ist, das genaue Wahlverfahren durchgelesen habe, wie man Auto des Jahres wird, finde ich es noch ein wenig weniger beeindruckend, da die ersten 40 von 47 Autos bereits aus der Liste entfallen sind, ohne dass sie einer weitereren genauen Beurteilung stand halten mußten. Darunter hätte also ein viel besseres Auto sein können.
Diese derzeitige Schwäche des weltweiten Automobilmarktes sollte man aber nicht als einen Absturz betrachten, sondern sollte dies als eine Chance sehen. Die Chance müßte aber auch genutzt werden. Wenn die Unterstützer den finanziell notleidenen Firmen helfen wollen, dann sollte ihnen das Geld nicht einfach zugesteckt werden, sondern es müßte sich auch etwas ändern innerhalb des Autos selbst. Man könnte dies zwar Erpressung nennen, zumindest habe ich es in meiner Kindheit so gesehen, wie beispielweise dass es nur Taschengeld gab, wenn die Noten dementsprechend gut waren. Aber wie sonst soll man diesen Industriezweig zum Umdenken bewegen. Warum muß ein Auto heutzutage immer noch durchschnittlich 8 Liter Kraftstoff verbrauchen von einem sehr schlecht bis gar nicht nachwachsenden Rohstoff. Wenn es dem Automobilmarkt erst wieder gut geht, dann braucht denen damit niemand mehr zu kommen, denn dann zählt wieder wer die stärksten Verkaufszahlen zum besten Preis und den höchsten Gewinnen erzielen konnten. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Zu genau diesen Thema lese ich dann noch in den letzten Tagen in der Presse, dass Deutschland doch kein amerikanisches Unternehmen helfen könnte. Man sollte doch bei den Deutschen beginnen, die auch angeschlagen sind. Diese Ansicht kann ich nun gar nicht teilen, wenn es sich um einen recht großen Arbeitgeber wie Opel handelt. Es ist natürlich ein Problem, dass Opel noch immer an General Motors angeschlossen ist, der Opel schon seit Jahren aussaugt. Schließlich baut Opel weltweit verkaufbare Autos, die im Vergleich mit den Produkten der Muttergesellschaft energiesparsam, verbrauchsgünstig und umweltgerecht konzipiert sind. General Motors bedient sich also an dem, was sie selbst nicht zu Stande gebracht haben. Diesem muß natürlich Einhalt geboten werden.
Doch auf der anderen Seite hat das Land Niedersachsen zu großen Teilen jährlich in das Unternehmen Volkswagen finanaziert, was auch der Bund bereits unterstützt hat. Natürlich ist VW im norddeutschen Raum ein großer Arbeitgeber, jedoch ist Opel das im hessischen und bayrischen Raum genauso. Der Staat hat aber meiner Meinung nach einen großen Fehler damit begangen, denn diese staatlichen Zuschüsse sind schließlich nicht in Deutschland geblieben. Der Volkswagen wird nicht zu einem großen Teil in Deutschland gebaut. Hier wird er nur zusammenpresst, wie die Teile aus einem Überraschungsei, um die Teile zu einem Ganzen zu machen. VW läßt seine Teile in Osteuropa erstellen, in den sogenannten Billiglohnländern Europas, die hoffentlich nicht mehr lange billig und günstig sein können, wenn sie auf dem europäischen Markt mithalten und wachsen wollen.
Der Artikel wurde am 22.11.2008 von Stefan Kremz veröffentlicht.
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