Schon wieder die Deutsche Bahn - Streik
Es geht schon wieder los. Ab Donnerstag soll wieder gestreikt werden bei der deutschen Bahn. Bin ich froh, dass ich so nah an der Arbeit wohne, und keine weite Anfahrt habe, denn wenn die Bahn erst anfängt, ziehen doch wieder alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel nach, bis auf die Taxis, denn das sind die einzigen die sich ins eigene Fleisch schneiden würden. Keine Arbeit, kein Geld sollte immer zutreffen, wenn man nicht ernsthaft krank zu Hause liegt, und dieser nicht nachgehen kann. Da steckt wohl noch ein wenig was von ehemaliger Selbständigkeit in mir. Hat nicht die deutsche Bahn Anfang des letzten Jahres bereits gestreikt und sich danach mit Mehdorn geeinigt? Jedes Mal wenn ich mir eine Bahnfahrkarte kaufe merke ich nur, dass es schon wieder teurer geworden ist.Der einzige Grund für mich mit der Bahn zu fahren ist meinen Sohn zu besuchen, und gerade jüngere Kinder können krank werden, und schon fällt die Fahrt wortwörtlich ins Wasser. Daher kommt das 29 Euro Angebot quer durch Deutschland für mich gar nicht in Frage, außer ich möchte sowieso ein paar Tage bei meinen Eltern verbringen, auch wenn der Rest nichts wird. Als ich dieses Prozedere vor ungefähr 5 Monaten begann habe ich noch 42 Euro Normalpreis bezahlt, inzwischen zahle ich mit der Bahncard 25 schon mehr.
Bei den vielen Menschen, die tagtäglich die Bahn nutzen oder am Wochenende, sollte es doch möglich sein, dass es irgendwann mal kalkuliert werden kann, wieviel die Bahn wirklich ausgibt, und jeder Bahnangestellte das Geld bekommt, was er wirklich verdient. Verdienen nicht in dem Sinne, was er sich erträumt, denn dann könnte man sich gleich einen eigenen Zug kaufen.
Das Problem bei der Bahn ist nicht nur die Gewerkschaft, sondern dass dort gleich mehrere aufeinandertreffen. Sobald sich eine Gewerkschaft mit der Führungsspitze des Konzern geeinigt hat, meldet sich die nächste Gewerkschaft zu Wort, droht, streikt und bekommt mehr Geld. Dann kommt wieder die erste, die sich bereits geeinigt hatte, denn die ärgert sich dass nun wieder alle anderen Bahnmitarbeiter, auch die der anderen Gewerkschaften genausoviel annähernd soviel, oder 2 Cent mehr im Monat verdienen. Das möchte die erste Gewerkschaft nicht, denn sie möchte ihren Mitgliedern schließlich etwas geben, was die anderen Gewerkschaften nicht geschafft haben, um gut dazustehen, und vielleicht noch mehr neue Mitglieder an Land zu ziehen.
Das ist schließlich schon alles was eine Gewerkschaft wirklich für seine Mitglieder tut. In deren Plänen und Versprechungen steht natürlich noch mehr, aber mit Halbwahrheiten hat noch niemand Geld verdient. Gewerkschaften verdienen also Geld damit den Arbeitgebern mehr Geld aus der Tasche zu ziehen, und das genau in den Zeiten wo es den Arbeitgebern eigentlich nicht sonderlich gut geht, oder wo es darauf zugeht, dass es ihnen nicht mehr gut gehen wird, wenn man den Nachrichten über die Wirtschaftskrise vertrauen darf.
Ich bin da immer noch etwas skeptisch, schließlich verdient man mit guten Nachrichten in der Medienbranche kein Geld, und mit der Angst zu spielen war schon immer das Machtinstrument der Medien, um ihr Gedrucktes an den Mann zu bringen.
Als Alternative zum Bahnfahren wird während der Streikereien, die den Bürgern, die beispielsweise nur zur Arbeit müssen, nur wieder die Mitfahrgelegenheiten bleiben, welche dann wieder hoffnungslos überfüllt sind.
Die arbeitende Bevölkerung wird wieder mit 1,50 Euro Brutto mehr im Monat nach Hause gehen, nachdem sie sich stundenlang die Beine in den Bauch gestanden haben, wohlmöglich noch in der Kälte, und die jeweilige Gewerkschaft kann sich aus den Einnahmen ein halbes Jahr lang ein schönes Leben finanzieren. Sobald das Geld knapper wird, kann zum nächsten Streik aufgerufen werden. Traurig, aber wahr. Irgendwann werden die das auch begreifen, dass sie nur wieder und wieder benutzt wurden.

Der Artikel wurde am 28.01.2009 von Stefan Kremz veröffentlicht.
