Abo- Phishing- und Betrugsfallen im Internet
Immer wieder denkt man sich, wenn man nicht persönlich von so einem Betrug betroffen ist, und nur davon hört, wie Menschen von dieser Abzocke betroffen sind, dass einem selbst so etwas niemals passieren wird.Wie sehr muß man aufpassen, wenn man sich irgendwo im Internet anmeldet, einloggt oder an Informationen kommen muß? Scheinbar sehr. Manchmal steht es im Kleingedruckten, manchmal nur in den AGB`s.
Diese Leute, die dahinter stehen sind meist irgendwo im Ausland und versenden nur noch Rechnungen, kassieren und freuen sich, dass sie etwas haben womit sie die Leute um ihr Geld bringen können.
Nun endlich wurde vom Frankfurter Oberlandesgericht eine Firma auf Unterlassung verklagt, welche mit 3 Seiten im Internet abzockten. Geklagt hatte der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e. V. (DSW) aus Bad Homburg. Das Oberlandesgericht begründete seine Entscheidung mit: "Unterstellt man, dass die Verbraucher die Preisangabe erkennen, so erhebt sich die Frage, was einen Verbraucher in Kenntnis der Vergütungspflichtigkeit veranlassen sollte, mit einer dreimonatigen Vertragsbindung für ein nicht unerhebliches Entgelt eine unterhaltungsbezogene Leistung in Anspruch zu nehmen, deren Werthaltigkeit er im Voraus nicht prüfen und nicht verlässlich einschätzen kann."
Das war doch mal ein Erfolg unseres Rechtssystems, aber auch nur ein Anfang.
Aus meinem persönlichen Bekanntschatskreis weiß ich von der Seite tiere-infos.de, welche mit einem kleinen Text über die Kosten bei der Anmeldung informiert, welchen man schnell mal übersehen kann. Diese und ähnliche Seiten haben es gerade auf die Gruppe der Anfänger im Internet abgesehen, die noch nicht so vorsichtig sind, wie man es sein sollte. Der Betreiber, der die Leute angeblich mit Informationen über Tiere versorgen möchte, hat auch seinen Sitz im Ausland. Widerrufsemails, zu denen man laut ihrer AGB`s 14 Tage ein Recht hat, sind angeblich nicht angekommen und Briefe an die Geschäftsadresse werden scheinbar auch nur als Werbespender im Ofen verwendet.
Entweder muß da entweder massiv eingegriffen werden, oder es muß eines Tages technisch im Browser gelöst werden mit Hilfe eines Plugins, dass man der Seite nicht vertrauen kann. Bei Google ist sie immer noch in den oberen Suchergebnissen zu finden, was bei solchen Betrugsseiten auch verhindert werden könnte.
Das Phishing, als das Ausspähen von persönlichen Zugangsdaten ist dank Browsertechnologie auch weiter in den Hintergrund getreten. Hierfür haben sich die Betrüger dann recht ähnliche Seiten gebaut, wie die von Banken, und haben diese auf Domains gelegt, die ähnlich klingen, oder nur wenige unterschiedliche Buchstaben in der Domain haben, so dass man bei einem Tippfehler auf der Seite landete. Der Benutzer hat dann, wenn er den Fehler nicht bemerkt hat, seine Benutzerdaten eingegeben, welche dann direkt an den Betrüger gesendet wurde, so dass dieser sich dann dort einloggen konnte.
Aus diesem Grund kann man per Javascript im Firefox die URL in neuen PopUp-Fenstern die URL nicht mehr ausblenden lassen, damit die wahre URL, auf der man sich befindet immer sichtbar ist. Für einen Entwickler von Webseiten kann das ziemlich störend sein, denn das kann schon ziemlich nerven, aber der Sicherheit zuliebe akzeptiert man das dann natürlich gern.

Der Artikel wurde am 09.02.2009 von Stefan Kremz veröffentlicht.
